Königsberger Marzipan – Bilderkochkurs

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Das war früher zu Weihnachten immer das Größte: das selbstgemachte Marzipan meiner Oma. Seit ein paar Jahren führe ich die Tradition fort. Es ist eine Heidenarbeit, die sich über mehrere Tage hinzieht aber es lohnt sich! 🙂

Hier erst mal die Zutaten:

Marzipan:
600g ganze Mandeln, ungeschält
400g Puderzucker
3 EL Rosenwasser

Guss:
250g Puderzucker
1 Zitrone
Kandierte Früchte

Tag 1: Mandeln schälen
Mandeln mit kochendem Wasser übergießen. Wasser bis auf einen kleinen Rest abgießen (sonst trocknen sie zu schnell…), Mandel zwischen 2 Finger nehmen und schnipsen. Wenn ihr gut seit, trefft ihr die Schüssel, ansonsten müsst ihr sie halt später einsammeln. 😉 Wenn die Haut nicht abgeht, habt ihr die Mandeln nicht ordentlich überbrüht, dann einfach noch mal machen. Die fertigen Mandeln trocknet ihr mit einem Küchentuch ab und stellt sie dann über Nacht auf die Heizung zum Trocknen.

Tag 2 – Mahlen, kneten, ausstechen
Wenn die Mandeln richtig trocken sind, werden sie fein gemahlen. Oma hat das noch von Hand durchgedreht, ich mach das mitm Maschinchen: 😉
Königsberger Marzipan

Danach mischt ihr die Mandeln mit den 400g Puderzucker (die Zuckermenge könnt ihr variieren, je nachdem wie süß ihr es haben wollt). Die Mischung kommt auch noch mal in die Reibe (mit der Handreibe hab ich sie 2x durchgedreht, mit dem guten Maschinchen geht das mit einem Mal). Das sollte dann ungefähr so aussehen:

Jetzt kommt einer der kniffligen Teile: zur Mandel-Zucker-Mischung gebt ihr 3 EL Rosenwasser und fangt an, die Mischung zu kneten. Alle Rezepte, die ich gelesen habe, schreiben, dass man damit eine ordentliche Marzipanmasse hinbekommen soll. Bei mir hat das noch nie funktioniert – die Masse war immer zu trocken. Hütet euch davor, noch mehr Rosenwasser dazuzuschütten. Das hab ich beim ersten Mal versucht. Danach schmeckt das Zeug nur noch penetrant nach Rosenwasser. Seither mische ich einfach etwas Wasser darunter. Danach solltet ihr sowas in Händen haben, bzw. es in Frischhaltefolie wickeln und für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen:

Danach wellt ihr die Hälfte des Teiges ungefähr 0,5cm dick aus (am besten zwischen 2 Stück Frischhaltefolie, dann klebts nicht) und stecht Formen aus. Bei uns gabs immer Herzen:

Danach wellt ihr den Rest des Teiges auch 0,5cm dick aus. Von dem Teig schneidet ihr Streifen, auch ungefähr 0,5cm breit:

Danach feuchtet die Ränder der Herzen etwas mit Wasser an und legt die Streifen auf den Rand der Herzen. Der Rand wird mehrfach eingestochen (mit Gabel, Messerrücken, Stricknadel,…). Das sieht dann so aus:

Von den Teigresten (falls noch welche übrig sind 😉 ) könnt ihr entweder Marzipankartoffeln basteln:

Meine Oma hat mit Schokolade überzogene und Walnuss dekorierte Teilchen daraus gebastelt. Grundform sind die Eier, die ihr auf dem Gitter neben den Herzen seht. Das ganze lasst ihr über Nacht trocknen:

Tag 3 – Brennen, Guss und verpacken
Als erstes mach ich die Marzipan-Schoko-Teilchen fertig: Schokoguss drüber und mit einer halben Walnuss dekorieren:

Jetzt zu einer weiteren heiklen Angelegenheit: Die Marzipanherzen kommen zum Brennen in den Ofen. Grill an und dann unter strengster Beobachtung rein damit. Beim leisesten Anzeichen von Bräunung sofort raus, sonst verbrennen sie. In meinem Ofen dauert das keine Minute, also bloß nicht wegrennen und was anderes nebenbei machen, das hat mich schon mal die Hälft meiner Herzen gekostet. Zum Glück war der Ofen uralt und hat unregelmäßig geheizt, sonst wären alle im Eimer gewesen.

Die Bräunung sollte in etwa so sein:

Danach bereite ich die Deko vor. Klassischerweise gehören kandierte Früchte auf die Herzen. Sieht ja auch schön aus aber ich finde, dass die Dinger ziemlich eklig schmecken, deswegen schneide ich sie immer gaaaaanz klein:

Aus dem Puderzucker und dem Zitronensaft macht ihr einen Zuckerguss und gießt ihn großzügig (!) in die Mitte der Herzen.

In die Mitte der Herzen kommt je ein Stückchen der kandierten Früchte. Danach lasst ihr die Herzen trocknen. Et voilà, so siehts fertig aus:

Zum Schluss wird das Ganze noch gut verpackt, z.B. in Frischhaltefolie:

Und an Weihnachten wirds dann verschenkt :-).

Category: Rezepte | Tags: ,

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